Donnerstag, 30. Oktober 2014

Gründüngung und Mangold

Das Gartenjahr neigt sich dem Ende zu und im Krautgarten wird fleissig gewerkelt um alles abzuräumen und / oder winterfest zu machen.

Nachdem auf der Mitgliederversammlung letzte Woche beschlossen wurde, dass jeder, der möchte, seine Parzelle behalten kann und nicht jedes Jahr neu in den Lostopf wandert, kann ich auch so richtig loslegen. Ich hatte zwar schon angefangen, Phacelia  auch "Bienenfreund" genannt, auszusäen. Aber irgendwie mehr so halbherzig. Das Saatgut ist nicht gerade billig und ich mußte leider feststellen, dass es sehr unterschiedlich anwächst und ich deutlich mehr aussäen muß als auf der Verpackung angegeben um einen einigermaßen dichten Teppich als Gründüngung zu erhalten.
Zwischen den Pflanzen, die bedingt kalte Temperaturen überstehen, wie Radicchio, Wirsing, Mangold usw. hat sich die Phacelia zumindest flaumartig ausgebreitet und ich hoffe, dass das böse Unkraut damit bis nächstes Jahr keine Chance mehr hat. 


Für weitere Aussaat ist es jetzt leider schon zu kalt. Den restlichen Teil der Parzelle grabe ich nun sukzessive um - täglich eine Stunde vor Sonnenuntergang. Das ist eine sehr gute Übung für Bizeps, Hüftbeuger und viele weitere Muskeln, von deren Existenz ich bisher nicht wußte. (Hoffentlich kommt der neue Vereinsvorstand nicht auf die Idee, die Parzellenpreise auf Fitnesscenter-niveau zu heben.) Außerdem hebe ich den Laubkompost, der seit Jahren in den verschiedenen Ecken unseres Gartens so vor sich hinrottet, unter. Dann bleibt mir nur zu hoffen, dass die Regen- und sonstigen Würmer bei diesem tollen Futter bis zum Frühjahr zuverlässig ihren Job erledigen und den schweren Boden auflockern.

In der Hoffnung auf möglichst frühe Ernte und bestmögliche Ausnutzung der Parzelle habe ich auch schon rote Zwiebeln, Knoblauch und Erdbeeren für nächstes Jahr gepflanzt.

Zum Abräumen gehört natürlich auch das Abernten und obwohl es Ende Oktober ist und schon die ersten Nachtfröste zu überstehen waren, haben wir momentan Gemüse und sogar noch Salat bis zum Abwinken. 

Ich bin daher immer noch auf der Suche nach etwas außergewöhnlichen Verwendungsalternativen  für meine Ernte. Wirklich lecker war diese Kombination aus Mangold mit Schupfnudeln. 

Orangige Mangold-Schupfnudeln

2 Mangoldstauden
1 kg Schupfnudeln
2 Zwiebeln
5 EL Butter
150 ml Brühe
100 g Orangenmarmelade
4 ElL Mohn

Mangold waschen und putzen. Blätter und  Stiele getrennt in Streifen schneiden. 
Die gewürfelten Zwiebeln in 2 EL Butter andünsten, Mangoldstiele zugeben. Mit Brühe ablöschen. Orangenmarmelade einrühren und zugedeckt 5 Min. weiterdünsten lassen.

Die Schupfnudeln in der restlichen Butter in einer Pfanne schön braun anbraten. 

In der Zwischenzeit die Mangoldblätter zur Zwiebel/Stiel-Mischung in den Topf geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und weitere 5 Min. dünsten.

Schupfnudeln mit dem Mohn und dem Mangoldgemüse mischen und geniessen!



Geschmeckt hat das Ganze super. Die Kombination Orange-Mangold passt hervorragend. Dem kleinen Krautgärtner habe ich Schupfnudeln mit Mohn abgezweigt, damit er nicht zuviel Gemüse erwischt und alle waren glücklich. Einzig der Geruch des Mangoldgemüses wenn man den Topfdeckel hebt ist etwas gewöhnungsbedürftig. Ich werde eine Testreihe starten ob das jetzt an der Mangoldsorte, an der Marmeladensorte oder an der Kombination aus beiden lag.


Kommentare:

  1. Ich beneide Dich gerade so ein bisschen darum, dass Du die Ackerparzelle auch über den Winter hast. So gemütlich es ist, nix umgraben zu müssen - so sehr bedauer ich es, dass es bei uns so nicht möglich ist, die klassischen Wintergemüse zu ziehen.
    Da werd ich mal noch bisschen weiter auf Deinem Blog stöbern ;-)
    LG Sylvia

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    1. Liebe Sylvia,
      das mit dem Wintergemüse wird wohl erst nächsten Winter was. Für diesen Winter habe ich mich nicht getraut wie blöd zu pflanzen, da wir die Parzelle ursprünglich auch im Herbst hätten zurückgeben müssen.
      Der große Vorteil für mich ist, dass ich am Anfang viele Stunden in das Umgraben der Parzelle und die Entfernung der übelsten Unkräuter investiert habe. Manche haben gar nichts auf ihrer Parzelle getan und hätte ich eine solche für die nächste Saison zugelost bekommen, wäre die ganze Arbeit von vorne losgegangen.
      Ich habe mir aus England ein paar Sämereien schicken lassen, die ich noch im November aussäen konnte (Erbsen, Salat und Dicke Bohnen) und bin gespannt ob ich damit den fetten Erntevorsprung raushole ;-).

      Viel Spaß beim Stöbern
      Angela

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