Donnerstag, 5. März 2015

Krautgartenexperiment #1 2015 - Schilder

Im Netz stolpere ich immer mal wieder über ganz witzige (Garten)schilder. Im heimischen Garten wären solche Schilder eher nicht für die breite Öffentlichkeit zugänglich und das wäre schade. Also dachte ich mir, ich könnte in losem Wechsel einige dieser Schilder im Laufe des Jahres auf meiner Parzelle platzieren. Quasi als Outdoor-Galerie.

Für diese Kunstgalerie wollte ich nicht unbedingt ein Vermögen in Holz, Farben und anderes Material investieren. Also musste ein kostengünstiges Verfahren her. Über einen befreundeten Schreiner wurden mir alte Palettenreste in Aussicht gestellt, die ich gelegentlich nur zusammensägen und abholen müsste. Bevor ich aber stundenlange, schweisstreibende Sägerei auf mich nehme um dann im Zweifel zu sehen, dass das alles nicht ganz so hinhaut wie ich mir das vorstelle (kommt leider öfter manchmal vor, dass die Elemente meinem Willen nicht gehorchen) habe ich einen Feldversuch mit vorhandenen Mitteln gestartet.

Ein weiteres Problem ist auch, dass die Schilder natürlich schon schön ausschauen sollen. Jegliche Freihandbeschriftungen bzw. -bemalungen der Bretter mit Lötkolben oder ähnliche dämliche Ideen fallen damit von vornherein flach. Umständliches Basten von Buchstaben-Schablonen mit Schleifen des Holzbrettes, vormalen, Buchstaben aufbringen und nachlackieren sprengt den vorhandenen Zeitrahmen. Außerdem sollen die Schildchen ja draußen aufgestellt werden und müssen den Widrigkeiten des bayerischen Wetters trotzen.



Kurz zusammengefasst brauche ich also ein Verfahren, mit dem für wenig in kurzer Zeit schöne Grafiken irgendwie auf Holz gebracht werden. Kann eigentlich nicht zuviel verlangt sein, oder?

Es gibt diverseste Anleitungen wie man Bilder oder Texte auf Holz bekommt. Am Einfachsten scheint das mit einem sog. Transfermedium funktionieren. Aber das Zeug kostet natürlich wieder. Also erstmal weiter nach kostengünstig suchen.

Angeblich soll man Bilder auf dem Laserdrucker spiegelverkehrt ausdrucken und dann auf unbehandeltes Holz bügeln können. Wäre einen Versuch wert. Den erstbesten Spruch, der mir eingefallen ist, habe ich mit schön geschwungener Schriftart in eine Word Datei geschrieben und mit einem Clipart versehen. Das war einfach. Aber dann gings schon los. Beim Ausdruck soll man in den Eigenschaften "spiegelverkehrt" anklicken. Mein Drucker hat keine solchen Druckeigenschaft, grrrrr.
Also Druck als pdf und Spiegelung in Photoshop. Das schaut gut aus. Mein Uralt-Bügeleisen anheizen und losbügeln. Das riecht jetzt aber gar nicht gut. Das Papier wird hinten schon ganz braun-gelb aber auf dem Holz landet nix. Bei tiefergehenden Nachforschungen hat sich ergeben, dass das Bügeleisen mindestens 200 °C heiss werden muss. Und wie bitte, soll ich das einstellen oder messen? Ein neues Verfahren muss her!




Ein anderer Bastler, beschreibt ein Verfahren, bei dem die Schrift mittels Lösungsmittel vom Papier auf das Holz transferiert werden soll. Eine Bemerkung, das würde auch mit Nagellackentferner gehen, lässt mich aufhorchen. Nach kurzem Wühlen im Badezimmerschrank findet sich tatsächlich noch eine alte Flasche Nagellackentferner. Neuer Versuch, neues Glück! Rubbel, rubbel - es stinkt, aber wieder tut sich nix. Zufällig schaue ich aufs Etikett - "Acetonfrei"! Ja klar, wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Da kann ich lang rubbeln.



Also doch auf zur Bastelecke im Bau- oder Gartenmarkt und Transfermedium kaufen. Nach einem Bau- und einem Gartenmarkt (die beide bisher immer Bastelbedarf hatten und außerdem dachte ich, DIY sei total im Kommen) bin ich im zweiten Baumarkt kurz vor 8 fündig geworden. Schnell nach Hause und ausprobieren.

Auf der Baumarkt-Tour hatte ich schnell im Krautgarten vorbeigeschaut und festgestellt, dass vor allem Steinen und Unkraut schon wieder kräftig am Wachsen sind. Also habe ich mir schnell noch einen anderen, passenderen Text überlegt und die ganze Prozedur ging von vorne los. Ich hatte schon befürchtet, dass das kleine Döschen nach zweimaliger Anwendung aufgebraucht sein würde. Aber das Zeug lässt sich erstaunlich sparsam verstreichen. Holz und Ausdruck mit Transfermedium eingepinselt, schön mit der Büchereikarte (ersatzweise geht sicher auch die American Express Platin Karte) glatt gestrichen, damit sich keine so hässlichen Falten wie hier am Rand bilden und dann 24 Stunden warten.


24 Stunden später hat sich optisch gar nichts verändert. Ich dachte, man würde irgendetwas durchs Papier durchsehen oder so. Also habe ich mit einem alten Lumpen und viel Wasser angefangen zu rubbeln und siehe da:


Tatarata!!! Schaut schon richtig gut aus - finde ich zumindest. Wenn das Holz wieder trocken ist kommt noch eine Schicht Lack drüber und dann wird das Schild am Wochenende (so es denn wirklich zu schneien aufhört bis dahin) an seinen Bestimmungsort verbracht.



Ich freue mich jetzt schon auf die Reaktionen diverser spaßbefreiter Zeitgenossen (und auf die der Spaßversteher natürlich auch).

Kommentare:

  1. Klasse, das geht ja wirklich einfach. Da könnte ich auch meine Mandarinenkisten mit beschriften!
    VG
    Elke

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    1. Klar, geht auch auf Mandarinenkisten. Ich muss mich im Moment schwer beherrschen um nicht dem Beschriftungswahn zu verfallen :-)
      Schönen Sonntag! Angela

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  2. Oh wow, das Schild sieht toll aus!

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    1. Freut mich, dass es Dir gefällt :-)
      Viele Grüße Angela

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