Mittwoch, 17. Juni 2015

Krautgartenexperiment #3 - Schneckenabwehr

Nachdem wir dieses Jahr (milder Winter, feuchtes Frühjahr) eine wahre Schneckenplage haben, habe ich die letzten Wochen mit der Erforschung von Abwehrmaßnahmen verbracht. Bei dem Wetter kann man sich gut in Bücher vergraben statt in Gummistiefeln über den Acker zu schlittern. Sollte das mit dem Zweitabitur doch nicht klappen, habe ich jetzt wenigstens beste Chancen über schleimige Gesellen zu promovieren.

Getreu dem Zitat "Du musst deinen Feind kennen, um ihn besiegen zu können.", habe ich mich erst einmal über die verschiedenen Gartenschnecken (Nacktschnecken, Gehäuseschnecken, spanische Wegschnecke usw.) und ihre jeweiligen Nahrungsvorlieben informiert. Ich gebe zu, dass es sich bei den Tieren durchaus um faszinierende Lebewesen handeln kann. Aber ICH mag sie NICHT in meinem Garten! Weder im Gemüsebeet noch bei den Zierpflanzen - PUNKT!



Nachdem es ja vordringlich um die Bekämpfung der Schleimer ging, habe ich mich auch durch diverse Internetseiten auf der Suche nach Tipps gewühlt. Einen interessanten Austausch mit anderen Gärtnern habe ich u.a. in der Schnecken-Community bei Google+ geführt.

Die Verfahren, die ich schon in dem Beitrag Der Mörder ist immer der Gärtner beschrieben habe, hatten bisher keinen durchschlagenden Erfolg. Beim Absammeln haben wir das Problem, dass sich weder der Kraut- noch der Schrebergarten direkt hinter dem Wohnzimmer befinden. Ein frühmorgendliches oder abendliches Einsammeln der Schnecken lässt sich leider nicht immer realisieren. Dummerweise lassen sich die Tier tagsüber wenn ich zwischendrin mal Zeit habe, selten blicken. Lebermoos und Niem hatten keinen sichtbaren Erfolg. Ich tröste mich damit, dass beide Substanzen auch pflanzenstärkend wirken sollen. Die paar Pflänzchen, die die Schnecken gnädigerweise übrig gelassen haben, sind jetzt also herkulische (ich habe im Duden nachgeschaut, das heißt wirklich so) Pflanzen. Und das Schneckenkorn als ultima-ratio haben die Schnecken meistens verschmäht. Klar, mir schmeckt Salat auch besser als das blaue Zeug.

Außer den nicht so ganz realisierbaren Laufenten erschien mir ein Schneckenzaun aus Metall noch eine gute Lösung. Allerdings hat der Zaun einige Nachteile: er ist ziemlich teuer und er würde sich mit den Hochbeeten, die ich für die Zukunft geplant hatte, nicht realisieren lassen.

In Märchen kommt in solchen ausweglosen Situationen immer eine gute Fee. Im wirklichen Leben geht ein Ingenieur für Elektrotechnik (irgendwie so gar nicht feengleich) durch den Garten und meint: Wo ist da das Problem? Ich würde zwei Drähte um die Hochbeete ziehen und eine Autobatterie anschliessen. Dann hast Du garantiert keine Schnecken mehr im Beet. Ehrlich gesagt fand ich die Idee eher gspinnert (Übersetzung: leicht irre) und habe sie nicht ernsthaft weiter verfolgt. Außerdem bin ich bei meinen bisherigen Recherchen auch nicht über diese Methode gestolpert. Und wenn die Idee gut wäre, müssten doch die Schneckengegner dieser Welt vereinigt Drähte um Beete spannen.

In der Schnecken-Community erwähnte dann jemand ein Youtube -Video zum Thema. Aber leider glaube ich keinem Video einfach so. Also weiter gesucht. Es gibt Deutschland tatsächlich elektrische Schneckenzäune zu kaufen. Nachteil ist natürlich wieder der Preis. Bei Instructables, wo es Anleitungen für alle vorstellbaren und unvorstellbaren DIY-Projekte gibt, bin ich dann fündig geworden. Nach längerem Suchen in den Tiefen der Ramschkisten im Keller hat der große Krautgärtner noch ein paar Drahtreste, Tacker und einen Holzrest (Mist, ein Schild weniger) gefunden. Jetzt mussten wir noch warten bis der kleine Krautklabauter aus der Schule kam und beim zusammenbauen und einsammeln der freiwilligen Versuchsobjekte helfen konnte. Schnell noch eine Blockbatterie aus einem Spielzeug ausgeliehen und wir hatten folgende Versuchsanordnung:


Junior fand es etwas schade, dass wir nur eine Batterie und nichts höherstromiges verwendet haben. Die Idee von verschmurgelnden Schnecken hätte ihm nämlich ausgesprochen gut gefallen...



Leider lässt mich Google das bessere Video nicht hochladen weil zu groß. Aber auch hier sieht man, dass die Schnecke beim Berühren des zweiten Drahts zusammenzuckt.

In unserer Versuchsanordnung hatten wir 8 Schnecken, von denen über den Zeitraum von 1 Stunde keine einzige die Drähte überwunden hat. Zwei sind sogar schon nach dem ersten Draht umgedreht, warum auch immer.

Das heißt, das Experiment geht jetzt in eine neue Phase. Ich kaufe das entsprechende Material zusammen, um erst einmal zwei der Hochbeete mit einem Elektrozaun zu versehen. Dann sehen wir weiter und ich halte Euch auf dem Laufenden.

Der Vorteil dieser Elektrolösung ist, dass ich die Hochbeete direkt mit dem Draht versehen kann. Gartenflächen kann ich mit einer beliebigen Kante umgeben, auf die die Drähte aufgebracht werden; um Blumentöpfe kann der Draht dann auch rumgewickelt werden usw.

Kommentare:

  1. Ich bin ein großer Freund davon, die Tiere "natürlich" fern zu halten. In den letzten Jahreshabe ich immer häufiger versucht, die natürlichen Feinde von den jeweiligen Tieren bei mir im Garten auszusetzen und Hoffnung, dass ich so z.B. die Schnecken loswerden. Bisher war das leider nur begrenz erfolgreich. Ich habe mich irgendwann dazu entschlossen, Schnecken-Linsen auszulegen. Die funktionieren bisher sehr gut.

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    1. Hallo Olaf,
      Schneckenlinsen kannte ich bisher nicht. Ich weiß jetzt auch warum: Das enthaltene Metaldehyd möchte ich nicht in meinem Garten verstreuen. Dann lieber ein paar Schnecken....
      Viele Grüße, Angela

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