Dienstag, 8. September 2015

Wir wandern aus!

Wir wandern aus nach Ontario oder Michigan! Egal - irgendwo um die Great Lakes wo wir die letzten drei Wochen verbracht haben. Grund: es gibt dort (fast) keine Schnecken. Das war der Wahnsinn. Jetzt weiß ich erst wie Funkien und anderes Schneckenfutter aussehen können, wenn sie nicht durchlöchert oder gar abgefressen sind. Und das Gemüse erst!
In Sainte-Marie-au-pays-des-Hurons haben wir diese Basilikumbüsche gesehen. Ich habe dann mit einer Indianerin gesprochen ob sie denn keine Schnecken hätten, die alles kahlfressen. Die Frau hat mich angeschaut als ob ich von einem anderen Stern käme oder zumindest ein blaue Nase hätte.



Im Fort Michilimackinac habe ich mich mit einer jungen Frau unterhalten, die die üppigen Gemüsebeete gepflegt hat. Ja, ein paar Schnecken hätte sie dieses Jahr schon gehabt. Als ich ihr von meinem eimerweisen Absammeln der Biester erzählt habe, hat sie diese Berichte ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen als Gärtnerlatein abgetan. 

Auch wenn die Tour keine Gartenreise war, so hat mich natürlich auch alles interessiert was mit Gärtnerei zu tun hat und auch ein paar Ideen für nächstes Jahr gesammelt. Sobald ich mich durch die Berge auf dem Schreibtisch gewühlt habe und die Farbe desselbigen wieder erkennen kann, werde ich berichten.

Nach der Rückkunft hatte ich schon schwerste Bedenken wie mein Schrebergarten nach der Hitze der vergangenen Wochen wohl aussehen würde da ich niemanden als Urlaubsvertretung engagiert hatte. Aber ich war positiv überrascht. Gleich nachdem wir - ohne unser Gepäck - zu Hause angekommen waren, sind der kleine Krautgärtner und ich die Lage checken gegangen. Erstens konnte ich während der Warterei auf unsere Koffer, die sich Gott sei Dank einen Tag später wieder eingefunden haben, sowieso keine Wäsche waschen und zweitens mussten wir gegen Schlafmangel und Jetlag ankämpfen. Frische Luft wirkt da Wunder und so anspruchsvolle Tätigkeiten wie Unkrautjäten bekomme ich in dem Zustand auch noch hin.

Lediglich das Basilikum im Blumenkasten war vertrocknet (war aber vorher schon von den Schnecken angefressen gewesen, daher kein wirklicher Verlust). Alles andere sah annehmbar aus. Die ganzen kleinen Töpfe mit den frischen Aussaaten hatte ich vor dem Urlaub in die mittlerweile zwei Schneckenzaun-Beete gestellt und es gab nur minimale Fraßspuren. Ein paar Schleimbatzen sind wohl durch überhängende Blätter ins Beet gekommen. Die kleinen Pflänzchen kommen dann demnächst ind richtige Beet.

Meine zwei Wildtomatenbüsche wachsen mittlerweile sogar über und durch den Zaun zum Nachbarn und tragen hunderte kleiner Tomaten. Nix verfault oder gammelig. Das Unkraut in den Beeten hielt sich erstaunlicherweise sehr in Grenzen und so konnten wir nach zwei Stunden Ratschen mit den Nachbarn, Unkrautzupfen und Ernten wieder von hinnen ziehen. Ein bißchen ernten hie und da hat mir erstmal den Einkauf im Supermarkt fürs Abendessen erspart. Zusammen mit Holzofenbrot und Butter aus der Tiefkühltruhe hatten wir ein schnelles und leckeres Essen.
Unser netter Schrebernachbar hat mir dann noch eine Tüte frisch gepflückter Äpfel in die Hand gedrückt und somit war die kulinarische Versorgung für den nächsten Tag (Millirahmstrudel) auch schon gesichert.

Heute gibts noch eine aufgeschmalzene Brotsuppn und dann werde ich wohl oder übel doch wieder aushäusig für Nachschub sorgen müssen.

Aufgeschmalzene Brotsuppn

ein paar Scheiben altes Brot
ein paar Zwiebeln
ca. 1 1/2 l Suppe 
Butter
nach Geschmack Schnittlauch und / oder einen Klecks Schmand

Das harte Brot in  dünne Scheiben schneiden und auf Teller verteilen. Zwiebeln in Butter anbräunen und über das Brot geben. Mit heißer Suppe aufgiessen und nach Geschmack mit Schnittlauchröllchen bestreuen bzw. einen Klecks Schmand in die Suppe geben.

Dieses Rezept funktioniert natürlich auch mit alten Brezen und schmeckt dem kleinen Krautgärtner dann nochmal viel besser.

Kommentare:

  1. oh da ahben sie aber Glück dass die spanischen Wegschncke noch nicht dort angekommen ist. Aber so wie die Amerkaner alles kontrollieren wohl auch kaum möglich! Schöne Erlebnisse hattet ihr bestimmt!
    übrigens kann ich Dir sehr Strauchbasilikum empfehlen , Ein Duft und längs nicht so empfindlich wie das einfache basilikum. Ich habe es in großen Kübeltopfen auf der Terasse stehen, es gibt dazu diverse Sorten zu empfehelen ist als versand im späten Frühling <kräuter Simon aus Effkebüll Grüße von Frauke

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    1. Liebe Frauke,
      danke für den Tipp. Ich versuche nächstes Jahr meine restlichen Basilikumsamen schneckengeschützt anzubauen. Wenn die aufgebraucht sind, teste ich "Dein" Strauchbasilikum mal.
      Herzliche Grüsse, Angela

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  2. Welcome back Angela!
    Liebe Grüße
    Dani

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    1. Danke!
      Die Schnecken haben uns auch schon willkommen geheißen ;-)
      Herzliche Grüße, Angela

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  3. Hach lecker!
    Schon schön, wenn man alles im Garten hat. =)

    Liebe Grüße,
    Sarah =)

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    1. Das "Einkaufen" im Garten geniesse ich auch. Die Ernte dieses Jahr ist zwar nicht so, dass ich große Vorräte anlegen könnte. Aber ich hoffe, dass nächstes Jahr nicht wieder überraschend ein Garten, Acker oder dgl. daherkommt und alles in etwas ruhigeres Fahrwasser kommt.
      Viele Grüße, Angela

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  4. Liebe Angela,
    irgendwas Lästiges an Pflanzenplagegeistern habe die dort bestimmt auch. "Meine" Nacktschnecken bevorzugen dieses Jahr mein Gemüse, sogar unter das Netz auf den Hochbeeten haben sie es geschafft. Dafür sehen die Hostas dann nicht ganz so erbärmlich aus. Naja, irgendetwas ist immer im Garten.
    Viele Grüße
    Karen

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    1. Hallo Karen,
      guter Hinweis! Ich sollte mich tatsächlich erkundigen welche Plagen die haben bevor ich mit Sack und Pack nach Kanada ziehe :-)
      Frohes Garteln, Angela

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