Mittwoch, 11. November 2015

November-Gemurmel

Wie nennt man das wenn im Herbst - eigentlich schon Winter - noch immer Biergartentemperaturen herrschen? Gibt wohl keinen Terminus technicus aber ich finde es wahnsinnig praktisch. Ich habe mich nämlich im Büro immer noch nicht vom Urlaub erholt und hinke im Garten dermaßen was von hinterher.

Immerhin habe ich es mittlerweile geschafft, den Schrebergarten weitgehend winterfest zu machen. Zwei Beete wurden mit Vlies bedeckt und darunter sollen noch Wintersalat, lila Grünkohl und eine Sorte Winterkohl wachsen. Ein paar lila Rüben sind auch noch nicht ganz reif und überstehen auf diese Weise hoffentlich die Zeit bis zur Ernte.



Der Wintersalat und der Grünkohl entwickeln sich langsam aber beständig. Es besteht also Hoffnung auf eine weitere Ernte. Beim Winterkohl tut sich wenig. Wahrscheinlich war es doch zu spät für die Aussaaat und ich hätte die Pflänzchen länger vorziehen müssen. Abwarten...



Gigantisch war die erste Rosenkohlernte in diesem Jahr. Eine Pflanze hat für ein komplettes Essen gereicht. Die Ernte war ein Wettlauf gegen die einbrechende Dunkelheit, denn irgendwie habe ich die Konsequenzen der Winterzeit noch nicht so ganz verinnerlicht. Jetzt stehen noch ein paar Wirsinge (schaut komisch aus diese Pluralform und sollte nicht mit dem Volk der Wirsche verwechselt werden), Lauche und Mangolde im Beet. (Irgendwie stören mich alle diese Pluralformen. Nächstes Mal lasse ich nur noch eine Pflanze pro Sorte stehen. Passt mir besser ins grammatikalische Beet).


Aus den mickrigen Sellerieknollen (mehr Wurzeln und Blätter denn Knollen), Karotten, Lauch und ein bißchen Liebstöckel habe ich eine Brühwürze gemacht. Geht schnell und ist deutlich vertrauenswürdiger als das Fertigzeug.



Gern hätte ich das gigantische Wetter im Garten genossen. Aber da wäre nicht viel mit Genießen gewesen in Anbetracht der Arbeit, die links und rechts noch darauf wartet, erledigt zu werden. Also wohin flüchten?
Bei derart schönem Herbstwetter macht sich normalerweise ganz München auf Richtung Berge - noch dazu wenn es Sehenswürdigkeiten wie Leonhardiritte gibt. Ganz München? Nein! Ein unbeugsamer Krautklabauter leistet Widerstand. Wandern ist doch uncool, langweilig, öde, antiquiert und überhaupt. In Anbetracht dessen, dass der Junior einen Hauch von Lernwillen gezeigt hat in der letzten Zeit und somit eine Belohnung verdient hat, fahren wir in die Gegenrichtung zur Spielwies'n. Quer durch die Stadt und Schwabing sind alle Draußen-Plätze in den Cafes voll besetzt und im Kontrast dazu sind die ersten Straßenlaternen schon mit Adventsdeko geschmückt. Ziemlich schräg.

Auf der Messe hat es allerdings unstreitbar Vorteile, wenn man sich antizyklisch verhält und so bummeln wir total entspannt durch die Hallen. Es gibt unendlich viele Spiele und bei der Partnermesse Forscha kann man experimentieren was das Zeug hält. Die Zeit wird dann doch ein bißchen knapp und mehr als drei Spiele können wir nicht testen. Die restlichen, die interessant klingen, lassen wir uns im Schnelldurchlauf erklären.

Und was bringt man von einer Spielemesse mit nach Hause? Klar, eine Tüte voll Wolle :-) Das Kind möchte eine Mütze aus den drei orangen Wollknäuel mit dem gelben Puschel dran. Es wird sich zeigen wie oft er die dann wirklich aufsetzt.
Aus dem anderen Zeug bekomme ich ein bis zwei Schals/Loops. Die Beschäftigung für die langen, kalten Winterabende - sollten sie denn jemals kommen - ist also gesichert.

Naja und ein kleines Spiel (Mein Schatz), das sich perfekt zum Mitnehmen und zwischendurch spielen eignet haben wir auch erstanden. 



Ganz unten in der Tasche ist noch ein Tütchen Prinzessinentee, der am Drogistenstand auf der Forscha sorgfältigst abgewogen und zusammengemischt wurde. Die meisten Zutaten dazu (Himbeer- und Brombeerblätter, Minze, Hagebutten) bauen wir künftig auch im Schrebergarten an. Für Nachschub wäre also gesorgt.






Auf dem Rückweg durch die Hallen sind wir noch an ein paar Gemälden aus Lego vorbeigekommen. Da waren tolle Bilder dabei. Auf die Idee muß man erst einmal kommen.

Der letzte unschlagbare Vorteil von antizyklischem Freizeitverhalten ist natürlich dann auch gewesen, dass wir nicht im Rückreisestau gestanden sind :-)

Kommentare:

  1. Wow, das ist wirklich ein gigantische Rosenkohlernte :)
    LG, aus Österreich Gartenleidenschaft

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  2. Die restlichen sind leider nicht mehr so üppig. Denen hat das Monster wohl zuviel Licht genommen. Aber ein bisserl können sie noch wachsen.
    Herzliche Grüße nach Österreich
    Angela

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  3. Liebe Angela,
    danke für deinen Besuch bei mir. Mietenten würde ich auch gleich nehmen....im Kampf gegen die Schnecken. Davon hatte ich noch nichts gehört.
    Gemüsebrühe selbst gemacht...das ist mit Sicherheit lecker. Und dein Rosenkohl war ja super gewachsen, dann noch viel Glück beim Grünkohl!
    LG Sigrun

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  4. Uuuuh, Rosenkohl ist ja nicht so mein Ding. Aber die Ernte ist wirklich beeindruckend!
    Ich drück Dir die Daumen, dass das was wird mit Grünkohl und Wintersalat (die mag ich beide nämlich seeeeehr gerne ;-) ).

    Kistengrüne Grüße
    Mel

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    1. Ich fürchte, die winzigen Salatpflänzchen hats bei den sintflutartigen Regenfällen vor kurzem erwischt. Mal schauen ob sie sich nochmal aufrappeln. Den lila Kohl fressen irgendwelche wilden Tiere an. Bin nur noch nicht dahinter gekommen was für eine Spezies sich unters Vlies schummeln konnte.
      Herzliche Grüße, Angela

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    2. Das klingt ja nicht so gut... :-( Aber nicht aufgeben!!!! Ich drück Dir die Daumen!

      Kistengrüne Grüße,
      Mel

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