Freitag, 26. Februar 2016

Grand Prix der Anzuchtbehältnisse

And the winner is....!
Das wird natürlich erst ganz zum Schluß verraten.
Ich möchte auch betonen, dass es sich hierbei um meine höchstsubjektive, persönliche Meinung handelt.

Was gibt es für Anzuchtbehältnisse für den Gärtner?
  • Joghurtbecher/Einwegplastikbecher
  • Plastikschalen aus der Obst-/Gemüseabteilung im Supermarkt oder Eispackungen
  • Tetrapaks
  • Eierkartons
  • Klopapierrollen
  • selbst gefaltet aus Zeitungspapier
  • Multitopfplatten
  • Anzuchtschalen mit Kokos-Quelltabs
  • ...

Joghurtbecher fallen bei mir flach. Das Kind hat seinen Joghurtkonsum ohne Vorwarnung von einem Tag auf den anderen eingestellt. Im Hinblick auf die erwartete laufende Versorgung mit Bechern habe ich keinen großen Vorrat angelegt. Diese paar Becher und die paar, die jetzt noch nachkommen, brauche ich laufend für Pflanzschildchen. Einwegplastikbecher extra zu kaufen, ist mir zu blöd.

Plastikschalen - am besten mit passendem Deckel - finde ich Klasse. Allerdings nicht für jede Samenart. Am besten funktioniert das bei mir wenn ich eine einzige Sorte in ein Schälchen säe. Dann komme ich nicht mit der Beschriftung durcheinander. Außerdem verwachsen sich die Wurzeln in der Schale und man muss beim Auspflanzen schon ein bißchen rupfen um die einzelnen Pflänzchen rauszukriegen. Für mimosenhafte Jungpflanzen also nicht geeignet. Ich nehme sie am liebsten für die Salatanzucht - oder wie im Bild unten für Schnittlauch - her. Immer komplett eine Sorte pro Schale und ein paar Wochen später die nächste Sorte, damit kontinuierlich Salat nachgepflanzt und geerntet werden kann. Falls es keinen passenden Deckel für die Schale gibt, kann man sie die ersten paar Tage auch in eine durchsichtige Plastiktüte stellen.


















Tetrapaks werde ich dieses Jahr als "Zwischentopf" für die Tomatenpflanzen testen. Halbierte Milchkartons kann ich mir ganz gut vorstellen. Andere Tetrapaks fallen bei uns nicht an. Durch die ganze Saatguttauscherei habe ich ziemlich viele Tomatensamen, die ich natürlich auch ausprobieren möchte. Da ich keine kleinen Töpfe in entsprechender Menge besitze, brauche ich eine Alternative. Aber erst müssen die Tomatensamen mal keimen. Vor allem wenn jemand schlechte Erfahrungen mit Tetrapaks hat, wäre ich für eine kleine Vorwarnung dankbar bevor ich meine Tomätchen opfere.

In Eierkartons habe ich letztes Jahr teilweise ausgesät. Irgendwie ist mir das aber zu lapperig nach ein paar Mal Gießen und zu wenig tief und überhaupt. Hat mir nicht gefallen obwohl viele Gärtner darauf schwören.

Womit wir bei den Klopapierrollen angelangt wären. Ich habe über den Winter soviel gesammelt wie in die freie Stelle im Badezimmerregal passen und das waren für geballtes Aussäen zu wenig. Kommt wahrscheinlich auch nicht gut wenn ich bei unseren diversen Nachbarn klingle und nach leeren Klopapierrollen frage. Merke: Nächstes Jahr eine große Tüte im Keller oder sonstwo deponieren und Sammeln was das Zeug hält. Die Rollen halbiere ich immer und dann passen sie ganz gut in diese Plastikschalen (siehe oben). In meiner Verzweiflung habe ich auch versucht, eine Rolle in drei Teile zu schneiden. Dann bekomme ich aber wieder dieses Eierkarton-Feeling von wegen zu klein und so. Die Rollen werden an einer Seite mit Hilfe eines wasserfesten Stifts beschriftet und ab in die Schale. Wenn ich viel Zeit habe (haha!), kommt auf den Boden ein zusammengelegtes Blatt Klopapier, damit die Erde unten nicht rauskrümelt. Das ist jetzt aber eher kosmetischer denn gärtnerischer Natur. Theoretisch kann man die Rolle dranlassen wenn man die Pflänzchen endgültig ins Beet setzt. Nachdem sie aber mehr oder weniger von selbst abfällt, habe ich sie eigentlich immer vorher abgenommen. Bisher ist es mir auch nie passiert, dass die Wurzeln bereits durch die Rolle gedrungen sind.



Ähnlich wie das Papierrollenprinzip funktionieren auch die Zeitungstöpfchen. Anleitungen zum Basteln gibt es zuhauf im Netz. Das spare ich mir jetzt. Die Bastelei habe ich mir aus Zeitgründen allerdings auch gespart. Mir reicht schon das Samentütchen- und Saatband-Gebastel.

Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal Multitopfplatten gekauft. So richtig schick mit passender Anzuchtschale aussenrum. Schaut sehr professionell aus. Grundsätzlich super in der Handhabung (man kippt einfach die Erde drüber und verteilt über die ganze Platte statt in einzelne Töpfchen einzeln zu verteilen) aber nur für die Strategen unter den Gärtnern (also nicht so Leute wie mich) wirklich sinnvoll. Was ist passiert? In meine erste Multitopfplatte habe ich Bohnen, Zwiebellauch und Sellerie ausgesät. Wie blöd kann man sein? Die Bohnen haben nach drei Tagen bereits rausgespitzt, während vom Zwiebellauch nach einer Woche nur dünne Flusen zu sehen sind und vom Sellerie noch gar nichts gekeimt ist. Nicht nur, dass die Bohnen früher rausspitzen, sie legen auch ein Tempo beim Wachsen vor wie die Kürbissamen letztes Jahr. Heute früh hatten die vorlauteren Exemplare bereits den Deckel der Anzuchtschale hochgehoben. Wachsen Euere Pflanzen eigentlich auch nachts oder habe nur ich Zombie-Pflanzen? Da schaut abends noch alles gut aus und wenn man am nächsten Morgen nachschaut - zack - ist der Deckel weg oder so. Jetzt habe ich den Schlamassel: der Zwiebellauch und der Sellerie könnten nämlich schon noch eine Abdeckung vertragen. Heißt, dass ich am Wochenende irgendwie die Bohnen das rauspfriemeln muss und in größere Töpfchen einsetzen. So ein Malheur wäre mir bei der Verwendung von Klopapierrollen erspart geblieben. Da pack ich halt die Rollen mit Bohne und setze sie in ein anderes Behältnis - fertig.


















Zu guter Letzt habe ich noch Kokos-Quelltabletten in einem Mini-Zimmer-Gewächshaus getestet. Auch gut und super einfach. Quelltabletten reinlegen, mit warmem Wasser übergiessen, ein bißchen warten und dann kann eingesät werden. Mein Zimmer-Gewächshaus hat Platz für 36 Tabletten. Da kriegt man einiges unter. In diesem Jahr z.B. meine komplette Tomatenanzucht. Allerdings finde ich den Deckel etwas labberig  was zur Folge hat, dass er nicht so dicht schließt, dass die Feuchtigkeit drin bleibt. Der Deckel vom Multitopfplattenhaus (äh, ja - Ihr wisst schon was ich meine) ist stabiler weil nur ungefähr halb so lang und da hat sich schön Kondenswasser gebildet (bevor die Bohne den Deckel gesprengt hat). Also Quelltabletten in einem kleineren Gewächshaus mit gutem Abschluß bzw. einem Haus, das nicht so ganz länglich sondern eher quadratisch ist, wären auch eine gute Lösung.



The winner is: die Klopapierrolle dicht gefolgt von den Quelldingern.
Die Pluspunkte der Klopapierrolle liegen im Preis (kost nix) und in der Möglichkeit des Direkt-Beschriftens. Gut, der letzte Punkt ist sicher nicht für jeden ausschlaggebend. Aber zumindest ich kann keine Beschriftungen verwechseln.

Was nützt der ganze professionell aussehende Kram wenn der Gärtner zu blöd ist nicht strategisch denkt. Wobei da gabs ja noch den Spruch mit den Kartoffeln und der Abhängigkeit von gewissen geistigen Kapazitäten. Ich sehe meine Chancen auf eine üppige Ernte gerade wieder steigen.

Kommentare:

  1. Vielen Dank für den tollen Test, Angela ;)) Werde ich direkt an meinen kleinen Gärtner weitergeben! Klorollen sammeln sich hier satt und genug ;)) Ganz herzliche Grüße, Nicole

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    1. Schick doch mal ein paar Klorollen im Austausch gegen Trocknerflusen :-))
      Viel Spaß beim Zündeln!
      LG Angela

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  2. Mit den Jahren stellen sich Vorlieben ein...die selbst gebastelten Zeitungstöpfchen sind mir auch viel zu zeitaufwändig. Das habe ich auch irgendwann aufgegeben. Im Laufe der Jahre habe ich auch einiges ausprobiert, und stimme dir zu,wenn man nicht früh genug pikiert, verfilzen die Wurzeln in den professionellen Aussaatschalen, die der Handel so bietet. Ich verwende sie trotzdem, weil besonders die Plastkdinger aus England wirklich sehr stabil sind und ewig halten. Ich muss nur rechtzeitig daran denken, meine Sämlinge zu pikieren. Dafür haben ich ebenfalls uralte sechseckige Töpchen von einem DDR-Gärtner bekommen, die sich dann wie Waben zusammenstellen lassen. Die werden mich jetzt bis an mein Lebensende begleiten....auch ein Form von Nachhaltigkeit. Joghurtbecher mögen zwar auf den ersten Blick auch verwendbar sein, aber wie lange? Und die Eierbehälter dienen hin wieder zum Ankeimen von Kartoffeln.
    Beste Grüße aus dem Berliner Umland
    Sisah

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    1. Liebe Sisah,
      diese sechseckigen Töpfe klingen interessant - perfekte Ausnutzung des sehr knappen Fensterbankplatzes. Vielleicht finde ich entsprechende Töpfe.
      Die Kartoffeln lasse ich auch in den Eierkartons vorkeimen. Die muss man nicht gießen und damit wird nix lapprig.
      "Plastikdinger aus England" - die Frage ist ob ich die in London bekomme und ob ich dann noch Platz im Handgepäck habe.
      Viele Grüße nach Norden
      Angela

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  3. Ich habe auch vor ein paar Tagen Zeitungsrollendinger gefaltet, was eigentlich relativ schnell ging. Nun müssen sie nur noch erprobt werden. Klorollen finde ich auch ganz praktisch. Joghurt und BuMibecher habe ich auch versucht, aber schnell wieder fallen lassen. Ebenso wie anderes Plastikgedöns. Meine Favoriten sind bis jetzt Kokosquelltabs und Klorollen gefüllt mit Kokoserde. Damit klappt es bis jetzt am Besten und die Keimquote ist hoch.
    Es muss eben erstmal ordentlich ausprobiert und getestet werden und irgendwann findet jeder etwas womit er am Besten fährt :)

    Liebe Grüße
    Anna

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    1. Liebe Anna,
      da haben wir ja quasi die gleichen Vorlieben außer die Zeitungsrollendinger entwickeln sich bei Dir zum Hit :-)
      Herzliche Grüße, Angela

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  4. Liebe Angela,
    vielen dank für deinen Besuch auf meinem Blog.
    Das hat mich sehr gefreut. Hier gefällt es mir auch.
    Wenn ich auch nicht die Gärtnerin vor dem Herren bin,
    so schaue und lese ich doch gern in diesen Blogs.
    Einen schönen Abend wünscht dir
    Irmi

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    1. Liebe Irmtraud,
      als Gärtnerin vor dem Herrn würde ich mich auch nicht bezeichnen. Aber ich arbeite daran - und am Fischereischein.
      Herzliche Grüße, Angela

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