Freitag, 6. Mai 2016

Schneckenversuch #1 2016

Nachdem ich bzw. meine Gärten (letztes Jahr war der Krautgarten noch dabei) letztes Jahr dermaßen von Schnecken überrolltschleimt und kahlgefressen wurden, stürze ich mich immer wieder in mehr oder weniger erfolgreiche Experimente zur Abwehr derselbigen. Schneckenkorn möchte ich einfach nicht in meinen Gemüsebeeten haben auch wenn andere Schreber das viel entspannter sehen und munter blaue Kügelchen verteilen.

Nach dem Motto "wehret den Anfängen" habe ich bereits im März frischen Rindenmulch zur olfaktorischen Abschreckung zwischen den Hochbeeten verteilt und die elektrische Ummantelung zumindest zweier Beete funktioniert auch gut. Am Wochenende kann ich wohl den ersten Salat in diesem Jahr ernten und das ist schon mal ein Erfolgserlebnis.



Weil ich aber nicht jedes freie Eckchen im Garten mit Rindenmulch zuschütten will - ist leider auch ein Kostenfaktor, denn allein zwischen die Hochbeete haben schon 5 Säcke gepasst - und weil nicht jeder einzelne Blumentopf und jedes Beet elektrifiziert werden kann, forsche ich weiter.

Die erste Versuchsanordnung dieses Jahr habe ich Anfang April aufgestellt.

02. April 2016
14. April 2016


21. April 2016

30. April 2016

05. Mai 2016
Anfang April habe ich ein paar vorgezogene Salate (natürlich identische Sorte, identischer Saatzeitpunkt) in verschieden präparierte Töpfe gepflanzt und an den Rand der Schrebergarten-Terrasse gestellt. Natürlich habe ich absichtlich einen Platz gewählt, der für Schnecken gut erreichbar ist. Ein Aufstellen der Töpfe im Elektro-Beet wäre eher kontraproduktiv gewesen.

So und jetzt kommt der schwierige Teil: Ich muss Euch die Versuchsanordnung so erklären, dass morgen nicht die mit den weißen Schuhen und einer enganliegenden Jacke bei mir vor der Haustüre stehen...

Die Töpfe wurden von links nach rechts wie folgt präpariert:
Topf 1 - nix
Topf 2 - dicke Vaselineschicht auf der oberen Topfhälfte
Topf 3 - in Alufolie eingewickelt
Topf 4 - dicke Schicht Wick vaporub auf der oberen Topfhälfte

Also Ihr müsst Euch jetzt vorstellen: ich sitze im Auto zu einer Zeit wo erst das Kind krank darniederlag und dann ich - vor mir an der roten Ampel steht ein Auto mit Anhänger - auf dem Anhänger ein paar Mörtelwannen - mein Gedankengang: Mörtelwanne -> Mörteleimer kaufen für Tomatenpflanzen -> schwarze Außenfläche -> heiß -> wie vermeiden -> außerdem alle Tomatenjungpflanzen im Eimer letztes Jahr weggeschleimt -> Eimer verkleiden -> Alufolie -> Folie so präparieren, dass Schleimer nicht drüberkommen -> Schleim -> Vaseline -> Wick vaporub mit abstossendem Geruch

Das war jetzt die Kurz-kurz-fassung und muß auch reichen, denn die in meinem Hirn nicht unbedingt geordnet ablaufenden Synapsenverschaltungen lassen sich nicht geordnet zu Papier bringen.

Versuchsergebnis: Topf 2 wurde als erstes leergefressen mit eindeutigen Schleimspuren drin. Topf 1 kam überraschenderweise erst als zweites dran. Topf 3 und 4 sind seit einem Monat unangetastet. Bei Topf 2 und 4 habe ich mal eine Schnüffelprobe gemacht. Für mich kein Unterschied mehr feststellbar.

Fazit: Weiß ich jetzt noch nicht so genau. Ich kann nicht den ganz Garten in Alu packen und kiloweises Verschmieren von Wick vaporub würde wohl etwas ins Geld gehen. Aber in so einer Salbe sind ja auch irgendwelche Wirkstoffe drin, mit denen es sich vielleicht lohnen würde, weiter zu experimentieren.

Vielleicht sollte ich den Versuch auch einfach noch einmal wiederholen um zumindest ansatzweise den Eindruck wissenschaftlichen Arbeitens zu erwecken...

So entstehen Nobelpreise äh Schnecken-Experimente. Stay tuned!

Kommentare:

  1. Liebe Angela,
    hoffentlich hast du Erfolg. Ich finde die Schnecken auch
    fürchterlich. Kann sie aber auch nicht töten. Und die blauen
    Kügelchen mag ich auch nicht.
    Einen angenehmen Start ins Wochenende wünscht
    Irmi

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    1. Liebe Irmi,
      naja, letztes Jahr habe ich schon ziemlich viele getötet. Ich möchte nicht direkt sagen, dass wir sonst verhungert wären. Aber viel Essbares wäre nicht übrig geblieben :-(
      Ich wünsche Dir ein wunderschönes, sonniges Wochenende!
      Angela

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  2. Liebe Irmi,ich verwende nur das grüne Schneckenkorn von Neudorff. Dies wird auch in Biobetrieben mit Gemüseanbau eingesetzt.
    Allerdigs nur bei dem Rittersporn und den Ligurien und unter Holzbrettern.
    Damit habe ich sehr guten Erfolg; sie müssen von unten schön feucht sein. Darunter sammeln sich tagsüber die Schnecken und du kannst sie dann gut absammeln und ... ich setzt sie woanders aus.
    denn ich habe auch viel Weinbergschnecken und die möchte ich auf keinen Fall treffen.
    und ich sammle auch in den Abendstunden. Auch bringt mein Hochbeet jetzt Entlastung. Grüße von Frauke

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  3. Hallo Angela,
    interessant, deine Versuche..

    Bei uns ist es so:
    - Für manche Pflanzen bastle ich einen Ring aus umgedrehtem Plastikblumentopfhals...das ist scharf und bekommen die Sonnenblumen übergestülpt.
    - Eierschalen (scharfkantig) streue ich um gefährdete Pflanzen...
    - Ferramol- Schneckenkorn von Neudorf
    - Zerschneiden, wenn sie invasionsartig auftreten.

    Liebe Grüße,
    komm gut durch die Eisheiligen!

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    1. Liebe Regine,
      stülpen habe ich letztes Jahr auch versucht. Das hat die Schnecken aber sowas von gar nicht beeindruckt. Genausowenig die Eierschalenringe, die ich um die Pflanzen gestreut habe. Jetzt sammle ich zwar immer noch Eierschalen und weiß grad nicht mehr so recht wohin damit. Werde ich wohl ganz klein gechreddert unter Bohnen/Erbsen und Christrosen streuen.

      Ich möchte es nicht verschreien aber momentan gehts gerade. Kein Vergleich zur letztjährigen Schleimerinvasion. Offenbar nützt die Vielzahl der angewandten Abschreckmethoden ein bißchen.

      Herzliche Grüße und vielleicht sehen wir uns bald....
      Angela

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