Montag, 15. August 2016

Ich erkenne einen Zierkürbis wenn ich einen sehe!

Leute gibt's! An unserem Schrebergarten kommt sehr selten jemand vorbei da es kein öffentlicher Weg ist und die anderen Schreber in der Reihe meist andere Zugänge nutzen. Vor kurzem kam eine Mitschreberin zum Kennenlernen und wir führten ein nettes Gespräch über den Zaun bis sich eine weitere ältere Dame dazugesellte.

Ich war gerade dabei meine Türkenturban-Kürbisse (auch Bischofsmütze genannt) herzuzeigen, die sich trotz Schneckenattacken ganz gut entwickeln, als sie fragte ob man die essen könne. "Ja, bis auf die Schale schon", sagte ich, denn alle Kürbisse, die ich ausgesät habe, sind zum Verzehr gedacht. Der kleine Krautgärtner liebt Kürbissuppe und wenn ich schon mal auf einfache Art Gemüse an den Mann in das Kind kriege, nutze ich das aus. Die eher schnippische Antwort "Den kann man nicht essen. Ich erkenne einen Zierkürbis wenn ich einen sehe." kam postwendend. Zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich noch bemüßigt, mich zu rechtfertigen. Der Erfolg war mehr als bescheiden.




Quasi ohne Übergang fiel sie dann verbal über meine Tomaten im nächsten Kübel her. Die Tomate hätte ich ausschneiden müssen. Das wären viel zu viele Triebe. Bei näherer Betrachtung hätte sogar ein Nichtgärtner wahrscheinlich erkannt, dass es sich um drei verschiedene Tomatensorten handelt, denn bei zwei Stauden hängen schon ordentlich Früchte dran und die Reisetomate schaut komplett anders aus als die sich schon dunkel färbende Dancing with Smurfs. Immer noch im Verteidigungs- modus habe ich ihr erklärt, dass ich die Tomaten durchaus regelmäßig ausgeize und Gott sei Dank kam mir die Mitschreberin zu Hilfe und erklärte ihr, dass manche Tomaten halt als Büsche wüchsen.
Und dabei bin ich so happy, dass die Reisetomate jetzt im dritten Anlauf endlich wird.


 

Aber in unserem Garten gibt es noch viel mehr zu bestaunen und was war ich froh, dass es sich bei meinen Ringelblumen und der Jungfer im Grünen tatsächlich um ebendiese Pflanzen handelte. Die Gladiolen wurden bestaunt und meine vage Umschreibung von Aronia und Tayberry als Beerenbüsche anstandslos akzeptiert.



Doch die Freude über den Gartenfrieden währte nur kurz. "Wie heisst der Baum im Kübel?" "Das ist ein Zierahorn oder auch japanischer Fächerahorn." "Das ist kein Ahorn! Das ist ein Essigbaum! Und das daneben?" "Das ist eine Montbretie." Das war in ihren Augen auch keine Montbretie. Aber da hatte ich schon auf Durchzug geschaltet und leider vergessen was die Fachfrau meinte. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war ich mehr als entnervt und es gab zwei Möglichkeiten: pampig werden - ist aber für zwischenmenschliche Beziehungen eher ungeeignet - oder in Ironie verfallen - das merkt der "Gegner" meist nicht einmal. Wie so oft hat sich die beste Lösung von selbst ergeben, der Besuch musste nämlich heim.

Ich weiß gar nicht was passiert wäre, wenn sie noch auf meine inzwischen wuchernden Cucamelons gestossen wäre.
Ihr erinnert Euch - Cucamelons und ich schienen nicht füreinander bestimmt. Völlig entnervt habe ich die letzten 6 Samenkörnchen in den Topf gesteckt und zwei sind tatsächlich aufgegangen und auch noch gewachsen. Jetzt wuchern sie das komplette Rankgerüst zu und es hängen gefühlt tausende kleiner Gürkchen dran. Lassen sich nur leider schlecht fotografieren durch das Gestrüpp. Schmecken tun sie wie kleine Gurken halt. Die Cucamelon und ich haben also mittlerweile Frieden geschlossen. Kommt wieder auf die Anbauliste - ohne Vorziehen, einfach unkompliziert im Topf sich selbst überlassen.


Bei uns gibt es jetzt jedenfalls einen neuen running gag in der Familie. Der kleine Krautgärtner sagt bei jeder sich bietenden Gelegenheit "Ich erkenne ein xy wenn ich ein xy sehe!" 😉

Kommentare:

  1. Nun weiß ich auch wie unser Kürbis heißt, Bischofsmütze, danke für den Hinweis darauf, dass man ihn schälen sollte. Demnächst wird daraus etwas gezaubert, er ist nämlich schon reif.
    Liebe Sommergrüße
    vom Kaiserstuhl von der Naturwanderin Edith

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Edith,
      Deine Bischofsmütze sieht ja toll aus. Du kannst ja Suppe aus dem Kürbisfleisch kochen und im ausgehöhlten Kürbis servieren.
      Meine brauchen noch ein bißchen. Aber das ist nach dem "Nicht-Sommer" bei uns auch kein Wunder.
      Herzliche Grüße, Angela

      Löschen
  2. Köstlich die Fachfrau kommentare, kann mir gut vorstellen dass es da nicht leicht ist nicht zu grinsen!
    und schön das geflügelte Wort, die Minigürkchen hatte ich ich auch mal sahen lustig aus, aber wirklich geschmeckt haben sie mir nicht. Ein Geschenk meiner Tochter zu Muttertag.
    Habe auch die Tomaten nicht mehr ausgegeizt so tragen sie mehr und sind sie so schön üppig. Die Kleinen Toamten soll man auch nicht ausknipsen! Grüße von Frauke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bei den Cucamelons warte ich noch auf die zitronige Geschmacksentwicklung, die es angeblich geben soll. Ansonsten will ich es mit Einlegen versuchen - kann ich mir bei den kleinen Früchten gut vorstellen.
      Liebe Grüße gen Norden, Angela

      Löschen
  3. Haha, das ist ja klasse, wie du über die xy-Kennerin gebloggt hast!
    Jaaa, solche Leut gibt es tatsächlich...Ob du nun öfter das Vergnügen mit dieser neuen Mitschreberin haben wirst? Hast du dafür schon einen Plan?

    Ärger Dich nicht. Du hast tolle Sachen im Garten!
    Da würde mich dann ja interessieren, wie der Garten dieser Dame aussieht...

    Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Gott sei Dank war die "Fachfrau" wohl nur zu Besuch im Garten und weitere konstruktive Gespräche dürften sich daher im Rahmen halten :-)
      Vielleicht sollte ich nüächste Jahr nur Exoten anbauen und sie dann einladen...
      Herzliche Grüße, Angela

      Löschen
  4. Sie hatte ja recht, die Mitschreberin...die Bischhofsmütze ist unvergleichlich zierend, die würde ich auch nicht verzehren wollen...trotz besseren Wissens.
    Deine Reisetomaten sehen ja wirklich putzig aus, als mein Garten noch nicht sporenverseucht war, hatte ich die auch mal, aber deren Kompartimentierung war lange nicht so witzig wie bei deinen aktuellen. Gratuliere auch zu den Cucamelons...wie du schreibst 6 Körnchen (für viel zu viel Geld), die dann bei mir noch nicht mal aufgingen.
    LG Sisah

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Leider sind die Reisetomaten verschieden bevor ich aus dem Urlaub zurück war. Es wurde mir berichtet, dass die Schale relativ hart war. Ein paar Samenkörnchen für Neuaussaat wurden Gott sei Dank auch gerettet. Nächstes Jahr neuer Versuch.
      Herzliche Grüße, Angela

      Löschen