Sonntag, 30. Oktober 2016

Bisasam vs. Spinat und Ringradeln vs. Knoblauch

Nachdem seit ein paar Wochen wieder die Jahreszeit angebrochen ist, in der ich von dunkel bis dunkel im Büro sitze, bleiben nur die Wochenenden um im Schrebergarten zu wurschteln. Allerdings bleiben für alle anderen Dinge, die auch nur annähernd mit Freizeit zu tun haben, auch nur die Wochenenden.



Was macht man also wenn der Junggärtner an einem schönen Herbstsonntag Bisasams fangen will? Für Nicht-Eingeweihte: ein Bisasam gehört der Gattung der Pokemons an. Und ja, ich mache auch mit bei der Fangerei. Am Anfang war meine Rolle eher die Beschützerrolle damit der Nachwuchs nicht vor lauter Begeisterung über ein gesichtetes Pokemon über die rote Ampel läuft und auch damit er nicht im Dunkeln alleine durch die Gegend tigert. Mittlerweile haben wir so eine kleine Pokemon-Konkurrenz wer grad mal ein Level höher ist. Allen, die den Spaß verdammen (meist ohne überhaupt einmal das Spiel auf einem Handy gesehen zu haben), kann ich nur entgegenhalten, dass ich selten so ein unmotziges Kind bei unseren Stadtbesichtigungen im Urlaub dabei hatte. In Leipzig, Wittenberg, Stralsund, Dresden und wo wir uns sonst noch rumgetrieben haben gab es immer fette Beute und solange der Akku durchgehalten hat ist das Kind brav mit.

Der Junggärtner hat also in den Isarauen ein Bisasam-Nest aufgetan und lässt Argumente wie Spinat pflanzen nicht gelten. "Wir können doch zwei Stunden Bisasams fangen und dann hast Du immer noch genug Zeit für Deinen (garantiert nicht für ihn, denn der ist ja grün und führt daher zu gewissen allergischen Reaktionen beim Kind) Spinat." Tja, aus den 2 Stunden wurden dann mehr als 4 Stunden und nachdem wir in der Dunkelheit zurückgeradelt sind, gibt es halt keinen Spinat dieses Jahr. Immerhin haben wir reichlich Bisasams erbeutet und konnten sogar ein Bisaknosp, das ja sehr pflanzliche Züge hat, entwickeln. Zählt also in dem Fall auch als gärtnerische Aktivität.
Eine Woche später ging das Spiel von vorne los. Radlfahren über den für Autos gesperrten Mittleren Ring in München oder Knoblauch einpflanzen. Perfektes Radlwetter im Oktober bedeutet natürlich auch perfektes Gartenwetter. In diesem Fall hat der Knoblauch gesiegt und vor allem die Neugier auf den rosa Koblauch Germidour, den ich mir bestellt hatte. Knoblauch hatte ich diesen Sommer schon erfolgreich angebaut und außerdem kann man davon nie genug zum Kochen haben. Angepflanzt habe ich jeweils ein drittel Hochbeet weißen und rosa Knoblauch und hoffe, dass ich nächstes Jahr einige Knoblauchzöpfe zum Aufhängen flechten kann.
Nach dem heutigen Aufräumen ist jetzt nicht mehr viel im Garten. Ein paar Kohlköpfe und ein bisschen Rosenkohl stehen noch in den Beeten und einige Mangoldreste.
Außer der Physalis-Überraschung gab es auch noch eine Sellerie-Überraschung. Anscheinend hatte ich mich bei der Aussaat etwas vertan und zweimal ausgesät. Es sind quasi alle Samen aufgegangen, so dass ich irgendwann im Frühjahr mit ca. 70 Selleriepflänzchen da stand. Die Beete waren schon weitgehend bepflanzt und ich habe bergeweise Pflänzchen verschenkt. Die paar, die ich zurückbehalten habe, sind gigantisch gewachsen - allerdings nur das Grün. Knollen haben sich keine gebildet. Die Vorstellung, dass die anderen Gärtner auch nur viel Selleriegrün hatten, war mir dann doch etwas peinlich. Bei der großen Aufräumaktion habe ich auch diese Pflanzen aus dem Beet gezogen und siehe da: ein Sellerie war größer als der andere. Teilweise musste ich mit der Grabegabel nachhelfen weil sich die Trümmer nicht rausziehen ließen. Einzig die Knollenform war mehr eine Rübenform. Keine Ahnung warum. Aber egal - ob in der Gemüsesuppe oder im Osso Buco - geschmeckt hat er wunderbar und kommt auch wieder auf die Anbauliste für nächstes Jahr.


Kommentare:

  1. Hmmm...könnte dein Sellerie auch eine Pastinake sein?
    Ich denk das nämlich.
    ;-)

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    1. Da war ich auch schon am Überlegen. Aber ausnahmsweise wusste ich mal wo ich was eingepflanzt hatte und außerdem hatte ich gar keine Pastinaken ausgesät.
      Einzige Möglichkeit wäre gewesen, dass das Saatgut falsch etikettiert war. Andererseits hat die Sellerie/Pastinake eindeutig nach Sellerie gerochen und geschmeckt. Sehr rätselhaft...

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    2. Das ist echt witzig. Ich habe nämlich auch so eine einzelne ...Pflanze, die sich selbst dorthin gesät hat...im Garten stehen. Ja, muss ich bald rausholen. Aber bei mir ist es eine Pastinake. Jedenfalls dachte ich das eigentlich immer.Wir hatten aber letztes Jahr auch Pastinaken im Garten.

      Angela, das sind Pastinaken!

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    3. Hmmm - und wie kommen die dahin????
      Ich hatte letztes Jahr keine und dieses Jahr auch nicht.
      Mal die anderen Schreber interviewen wie deren Selleriepflänzchen, die ich verschenkt habe, ausgesehen haben. Die sehe ich aber alle wahrscheinlich erst nach dem Winter wieder.
      Bis dahin Pastinake X,Y ungelöst :-)

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    4. Wie die da hin kommen, weiß ich nicht. Aber die Blätter auf deinem Foto sehen nach Pastinake aus.

      Vielleicht sollte ich heute Nachmittag mal meine Pastinake aus dem Beet ziehen und gucken, wie sie aussieht. Vielleicht ist bei mir ja ein Sellerie unten dran! Ah, ich lach mich schlapp!

      Patinakengruß!

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  2. Ach ja, und guck mal hier...
    http://marktundspektakel.blogspot.de/2010/10/goldener-oktober.html

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    1. Stimmt, Deine Pastinake schaut so aus wie mein "Sellerie".
      Alles sehr mysteriös.
      Vielleicht sollte ich die Dame, die einen Zierkürbis erkennt wenn sie einen sieht, zu Rate ziehen. Das wäre eine echte Herausforderung. Blöd nur, dass wir unsere Sellerie/Pastinaken alle schon verspeist haben.

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    2. ...Ja, die Dame sollten wir zu Rate ziehen!
      Ich schmeiß mich wech!

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  3. Jetzt habe ich nur ein kleines Problem mit meiner Anbauliste für nächstes Jahr wenn mein Sellerie gar keiner war ;-) Aber vielleicht löst sich das Problemchen bis dahin. Oder ich betitle die Pflanze dann einfach als "mysteriöses Gemüse".

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