Mittwoch, 4. Mai 2016

Venti adversi

...oder es hat nicht sollen sein.

Letzte Woche hat die Krautgarten-Manufaktur ein Rezept für Kartoffelbrot gepostet, das ich unbedingt ausprobieren wollte. Sehr passend war, dass vom Vortag Pellkartoffeln übrig waren. Als ich dann die Pellkartoffeln abgewogen habe, musste ich feststellen, dass ein Familienmitglied zwei bereits vertilgt hatte und genau diese zwei haben dann zum Pfund gefehlt.

Eine kurze Kartoffelinventur hat ein Säckchen mit kleinen Restkartoffeln zutage gefördert. Also Kartoffeln, die ich immer aussortierte, weil sie viel kleiner als die restlichen im Pellkartoffeltopf waren. Abends noch schnell zum Einkaufen gehuscht und frische Hefe und Joghurt gekauft. Einem sonntäglichen Kartoffelbrot sollte also nichts mehr im Wege stehen. Dachte ich. Aber leider auch nur ich :-(



Am Sonntag morgen dann schön alle Zutaten hergerichtet: Mehl, Salz, Wasser, Hefe, Joghurt und Kartoffeln. Ja blöd, jetzt waren auch die letzten Pellkartoffeln verschwunden obwohl ich meinen Kartoffelbrotbackplan durchaus deutlich zum Ausdruck gebracht hatte. Kartoffelbrot mit ohne Kartoffeln ist jetzt geschmacklich wahrscheinlich nicht so das Wahre.

Da stand ich nun in der Küche mit einem ausgeprägten Backwillen und habe ein paar Äpfel mit angeschlagenen Stellen entdeckt. Eigentlich perfekt für Apfelkuchen. Eigentlich. Eine kurze Kühlschrankinventur hat aber ergeben, dass keine Eier mehr im Haus waren. Für Apfelkuchen mit ohne Eier gibt es zwar Rezepte aber keines hat mich richtig angelacht.

Also musste ein Rezept für Zutaten, die immer im Haus sind, her. Schon seit ewigen Zeiten wollte ich ausprobieren ob sich in meinem Slow Cooker tatsächlich auch Brot machen lässt und das habe ich dann auch gemacht.

Slow Cooker-Brot mit Rosmarin
  • 420 g Mehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 290 ml warmes Wasser
  • ¼ Tasse frischer Rosmarin, gehackt
  • 3 EL Extra vergine Olivenöl
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Meersalz
 
In einer großen Schüssel Wasser, Hefe und Zucker vermischen. Ungefähr 10 Minuten stehen lassen bis es leicht zu blubbern anfängt. Mehl, Olivenöl und jeweils die Hälfte vom Salz und Rosmarin zugeben und vermischen. Am besten mit den Händen verkneten, da der Teig relativ fest wird. Teig zu einer Kugel formen und in einer leicht gefetteten Schüssel mind. 1 Stunde gehen lassen. Wenn der Teig schön aufgegangen ist, noch einmal durchkneten und zu einer Kugel rollen. Auf einem Brett o.ä. nochmal 20 Minuten gehen lassen. 
In der Zwischenzeit den Slow Cooker mit ein oder zwei Lagen Backpapier (je nachdem ob rund oder oval) auslegen und auf der höchsten Stufe vorheizen. Teigkugel in den Slow Cooker legen und mit dem restlichen Salz und Rosmarin bestreuen.
Vor dem Aufsetzen des Deckels ein Küchentuch über den Topf legen, damit die Feuchtigkeit, die sich sonst auf dem Deckel niederschlagen und zurück aufs Brot tropfen würde, aufzusaugen.
Nach 2 Stunden ist das Brot fertig aber noch ein bisschen blass. Rein für die Optik habe ich es dann noch ein paar Minuten zum Bräunen unter den Grill geschoben.

Schmeckt gut mit verschiedenen Sorten Olivenöl zum Tunken oder mit Antipasti oder auch nur mit Butter und Kresse oder...

So! Und die nächsten übrigen Pellkartoffeln verstecke ich bis zur weiteren Verwendung damit ich nicht wieder ein Mit-Ohne-Rezept finden muss!!!

Kommentare:

  1. Hallo Angela,
    wie köstlich geschrieben *lach* Meine Mama hat übrige Pellkartoffeln übrigens nicht in den Kühlschrank gestellt, sondern immer in den normalen "Teller"-Schrank. Vielleicht wäre das ja ein gutes Versteck :-)
    Lieben Gruß Sylvia

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    1. Mmmmhhh, Tellerschrank scheidet aus, da kommt jetzt auch schon der kleine Krautgärtner rauf (wobei der -ausnahmsweise- nicht der "Übeltäter" war). Am sichersten wäre das Fach mit den Backformen - ganz weit oben und wer außer mir schaut da jemals rein :-) Gute Idee!
      Herzliche Grüße, Angela

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  2. Libe Angela,
    herrlich - ich habe laut gelacht. Und ganz eehrlich,
    bei Pellkartofffeln werde ich auch immer schwach. Die
    halten nie, um evtl. Kartoffelsalat zu machen. Sie sind
    ganz einfach vorher weg.
    Aber dein Ersatzrezept hört sich wirklich gut an.
    Einen angenehmen Restabend wünscht dir
    Irmi

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    1. Liebe Irmi,

      ich werde Mittel und Wege finden, das Brot zu testen. Der jetzt-erst-recht-Geist ist erwacht....

      Schönen Feiertag (ist bei Euch überhaupt Feiertag?), Angela

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  3. Hallo Angela, ich musste so lachen, denn ich dachte du schreibst einen Backversuch über mich :DDD So oft sind aus solchen Mit-Ohne-Dingen die besten Rezepte entstanden.
    Wenn ich nur an all die Tips aus dem Internet denke...Brot ohne Hefe, ohne Mehl, ohne Wasser....hääääähhh? Da würden sich manche Großmütter im Grabe umdrehen.
    Letztendlich mag ich dir noch nen tollen Tip mitgeben, der sicher auch gut schmeckt, denn diese "Brot+Rosmarin" - Sache hab ich auch schon gemacht. Allerdings mit einem süßen Teig. Genauergesagt mit dem Teig der Rezeptmäßig eigentlich für "Stockbrot" war.
    Nach dem Stock-Brot-Abendteuer im Garten am Lagerfeuer, war noch ca. die Hälfte übrig (wie immer viel zu viel gemacht). Also am nächsten Tag ca. 40 cm "Würste draus gerollt, diese dann einmal gefaltet und gedreht (so das eine Art "Zopf" entstand).
    Rosmarin hatte ich auch reingeknetet und etwas grobes Salz.
    Das ganze in den Backofen (dabei bleiben, lang brauchen die ja nicht), und nur mit Butter und etwas Salz zum Frühstück gegessen. Hach was war das herrlich!
    GLG
    Bozi

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    1. Na, das ist doch tröstlich, dass ich nicht die Einzige mit Mit-Ohne-Problem bin ;-)
      Rosmarinzöpfe klingen auch gut. Kommt auf meine Testliste.
      Herzliche Grüße, Angela

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  4. Ende gut alles gut. So eine schöne Geschichte! Und jetzt bin ich auch gespannt, wie dann das Kartoffelbrot schmeckt.
    Viele Grüße von Renate

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