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Donnerstag, 2. Juli 2015

Infos für den Landwirt

Egal ob Eisenbahn-Landwirt, Kraut- oder Schrebergärtner, es gibt ein paar Infoseiten, die wirklich nützlich sein können:

Vom Deutschen Wetterdienst gibt es die Warnindizes Landwirtschaft. Der Hitzestress bei Geflügel dürfte für die meisten Hobbygärtner nicht so interessant sein. Aber es gibt dort auch Infos über die aktuelle Verbreitung der Kartoffelkraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) und Kartoffeln baut ja doch der Ein oder Andere an. Wenn ich mir die momentane Auswertung so anschaue, muss ich mich nächste Woche dringend mal um meine Kartoffeln auf dem Acker kümmern um vielleicht noch das Schlimmste zu verhindern.

Der Bayerische Landesverband für Gartenbau und Landespflege e.V. hat sehr umfangreiche Merkblätter über alle Aspekte des Gartenbaus ins Netz gestellt: Fachinformationen: Merkblätter des Landesverbandes der Gartenbauvereine

Von der Berufsgenossenschaft Gartenbau gibt es eine Merkblattsammlung, die sich in erster Linie an gewerbliche Gartenbaufachleute richtet. Aber wie überall, kann man hier auch den ein oder anderen Hinweis für den Kleingartenbereich finden Merkblätter der Berufsgenossenschaft Gartenbau.

Eine Seite, die ich sehr oft konsultiere bei Fragen zu Schädlingen oder Pflanzenkrankheiten und die auch sonst sehr gute Informationen beinhaltet, ist die Bayerische Gartenakademie an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau .

Speziell für Landwirte gibt es auch noch Agrar-Wetter oder Garten- und Agrarwetter. Und weil die alle übereinstimmend Temperaturen weit über 30°C vorhersagen, geht es jetzt ab in den Pool (träum weiter, Angela) ins Büro...

Mittwoch, 1. Juli 2015

Wir sind Landwirt

Kürzlich zog ich diese Publikation aus dem Briefkasten und bin doch ziemlich erschrocken.


Zusammen mit dem Schrebergarten hatte ich mich ja auch für Einzelgarten und Ackerflächen beworben. Einfach alles angekreuzt in der Hoffnung irgendwo zum Zuge zu kommen. Ihr glaubt gar nicht, was einem in so einer Schrecksekunde alles durch den Kopf gehen kann. Der erste Gedanke war, dass ich jetzt auch noch einen Acker bewirtschaften darf und ich habe mich schon im Kittelschurz meiner Oma mit Kopftuch und Gummistiefeln auf dem Traktor über die Felder heizen sehen. 
Aber alles gut - puh!

Es ist die monatliche Fachzeitschrift, die man als Schrebergärtner bei der Bahn bekommt. Da sind wirklich gute Tipps drin, die ich auch gebrauchen kann, denn z.B. mit Obstanbau hatte ich bisher nicht viel am  Hut.

Mit dem kleinen Krautklabauter führe ich jetzt natürlich wieder endlose Diskussionen über fahrbare Untersätze, die für einen Landwirt angemessen sind. Außer dem Lamborghini, den ich mir kaufe (wusste ich bis dato auch nicht und muss man als Landwirt auch nicht haben), muss nämlich mindestens noch ein Pick-Up her. Das Teil mag ja ganz praktisch sein  für Jäger oder Landwirte - man schmeisst einfach die erlegte Beute oder ein paar Heuballen etc. hinten drauf und spritzt anschliessend alles mit dem Gartenschlauch sauber. Aber wenn man in der Stadt wohnt und lediglich eine 40 qm Krautgartenparzelle und einen Schrebergarten mit 180 qm bewirtschaftet, dürfte das Gefährt wohl eher übertrieben und bei der Parkplatzsuche ggfs. sogar hinderlich sein. Meine 5 Säcke Erde und die paar Pflänzchen, die ich ab und an kaufe, würden sich auf der Ladefläche auch etwas verloren vorkommen. Cool wär so ein Teil natürlich schon. Aber wenn schon cooles landwirtschaftliches Fahrzeug dann schon ein Lanz. Allerdings  braucht man beim Lanz an Praktikabilität im innerstädtischen Straßenverkehr erst recht keinen Gedanken zu verschwenden.

Also habe ich mich nicht auf den Lanz sondern auf mein Fahrrad geschwungen (Kittelschurz und Kopftuch habe ich mir ebenfalls gespart) und meine 10 qm Wiesenstreifen entlang der Gleise abgemäht.  Dort habe ich im Frühjahr eine Blühwiesenmischung ausgesät und bei dem momentanen trockenen Wetter ist die perfekte Zeit zum Mähen. Die neu entstehende Wiese sollte man 2-4 mal im Aussaatjahr mähen - zum ersten Mal 6-8 Wochen nach der Ansaat. Dann ist der Bewuchs meistens so dicht, dass kein Licht mehr auf den Boden fällt. Durch die Mahd bekommen dann die Pflanzenarten, die nicht so schnell keimen und wachsen können, wieder Licht. Das Mähgut lässt man liegen, damit die Samen noch ausfallen können. Außerdem kann ich den getrockneten Rasenschnitt gut auf den Kompost  werfen (das mit dem Trocknen hätte mal jemand dem Schreber-Vorbesitzer sagen sollen - der war leider kein Kompostierer vor dem Herrn, aber dazu ein ander Mal mehr).

Dieses ganze Blühwiesen-Vorhaben erfordert mindestens 3 bis 5 Jahre Geduld, bis sich eine gewisse Artenvielfalt in der Wiese stabilisiert hat. Aber mehr als abwarten, ab und an mähen und zwischendrin vielleicht einen Tee trinken, ist nicht zu tun. In Sachen Blühwiese sind mir sogar die Schnecken schnuppe.