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Freitag, 10. Juli 2015

Krautgartenexperiment #3 - Schneckenabwehr / Phase 3

Ach Du Schreck - der Salat ist weg!!!

Ich muss zugeben, dass unser Schneckenexperiment etwas ins Stocken geraten ist. Dem mit großen Schritten herannahenden Notenschluss und diversen sozialen Verpflichtungen geschuldet, hatte ich irgendwie gar keine Zeit mehr mich mit der gebotenen Intensität mit dem Thema der Schnecken-Elektrifizierung auseinanderzusetzen. Aber jetzt treten "wir" langsam in die Vor-Ferien-Plätscher-Phase ein und können uns wieder den wirklich wichtigen Dingen des Lebens (Biergarten, Pool und natürlich Schneckenbekämpfung) widmen.

Gestern abend vor dem Hochbeet also mussten wir feststellen, dass die Salatpflänzchen abgefressen waren. Was war passiert? Funktioniert die Batterie-Lösung doch nicht? Ist es zu trocken und die Schnecken kriechen einfach drüber?

Der kleine Krautgärtner - um gute Einfälle machmal nicht verlegen - schritt gleich zur Tat und besorgte sich zwei der immer noch reichlich vorhandenen Versuchsobjekte aus einem anderen Beet und ließ sie loslaufen. Tatsächlich sind sie unbeeindruckt über beide Drähte drüber. Gibts sowas wie stromresistente Schnecken? Also Meßgerät rausgeholt und nachgemessen. Die Batterie war noch o.k.. Aber ein paar Zentimeter weiter am Draht nichts mehr zu messen. An einer winzig kleinen Stelle war der Draht durch den Dauerregen offenbar schon gerostet und durchgebrochen. Das kommt davon wenn man irgendwelche Reste aus dem Keller verbaut :-( 

Wir haben die Bruchstelle gelötet und siehe da, die stromresistenten Versuchsschnecken sind doch nicht mehr darübergekrochen.

Fazit:
  1. Bei Experimenten ist es manchmal vorteilhaft, Schritt für Schritt vorzugehen (auch wenn das nicht immer absichtlich passiert). Hätten wir die Zeit gehabt und alle anderen Hochbeete - wie geplant - bereits verkabelt, hätten wir jetzt viel mehr Kabel auswechseln müssen.
  2. Vorsicht bei dem alten Zeug aus dem Keller! Falls Ihr nachbauen wollt also unbedingt auf eine rostfreie Variante achten. Wir dachten ursprünglich, dass der Draht schon eine Saison durchhält. Aber bei ungünstiger Witterung gibt es verdammt schnell Verschleißerscheinungen.
Einer unserer Freunde, der schon voll Begeisterung auf den "Schnecken-Weidezaun-Zug" aufgesprungen ist, hat eine Rolle rostfreien Edelstahldraht, mit dem wir das Experiment fortsetzen wollen. Ich werde berichten.

Für Grillfeste, Biergartenbesuche o.ä., bei denen ein paar Ingenieure dabei sind, empfehle ich Euch einmal, das Thema "elektrischer Schneckenzaun" anzuschneiden. Ihr glaubt gar nicht, welche Diskussionen sich da entspinnen können. Alle brauchbaren Vorschläge, die bei unseren Brainstormings diskutiert werden, werde ich natürlich in die künftigen Experimente mit einbeziehen.

Aktuell hat sich die Überlegung herauskristallisiert ob wir nicht doch eine stärke Stromquelle verwenden sollten denn flüchtende Schnecken lösen das Problem ja nicht dauerhaft. Dazu muss ich aber eine Langzeitbeobachtung durchführen, welche Tierchen sonst noch zu Schaden kommen könnten.

Weil abgefressener Salat nicht so fotogen ist, kommen hier ein paar Fotos von unserem Ausflug nach Berlin am letzten Wochenende. Am Bauzaun vor dem gerade entstehenden Stadtschloss habe ich eine nette Idee für hängende Gärten von Stadt macht satt entdeckt.







Montag, 22. Juni 2015

Krautgartenexperiment #3 - Schneckenabwehr / Phase 2

Das Schneckenexperiment geht in Pase 2: Gestern haben wir zwei Reihen Draht um ein Hochbeet gezogen und eine Blockbatterie angeschlossen. Der kleine Krautklabauter hat fleissig getackert und diverse Lötexperimente begonnen. Als er jedoch ein paar Schnecken mit dem Lötkolben traktieren wollte, war jedoch Schluss mit lustig - wir wollen den Lötkolben schließlich noch länger verwenden.

Damit es nicht gleich einen Kurzschluss durch den Regen gibt, haben wir die Batterie in ein geupcycltes Döschen aus dem Supermarkt gepackt. Die sind ziemlich dicht und billiger als Tupperdosen.


In die Mitte vom Beet habe ich dann gestern noch eine Bierfalle gestellt, auf dass sich die in der Erde verkrochenen Viecherl dort berauschen und ich ein wirklich schneckenfreies Beet habe. Nach dem Starkregen heute Nacht hätte sich wahrscheinlich nicht mal mehr ein Floh an der Plörre betrinken können, so dass ich das Bier heute noch einmal ausgetauscht habe (das gute Riedenburger....). Ein einziges, winziges Schnecklein ist über Nacht in die Falle gegangen. Es besteht Hoffnung.

In grenzenloser Risikobereitschaft habe ich auch gleich ein vorgezogenes Salatpflänzchen ins Beet gesetzt und werde morgen wieder schauen ob es noch da ist. Falls das Experiment glückt, kommen noch ein paar Jungpflanzen ins Beet (an die Stelle der angefressenen Radieschen) und das zweite Beet wird auch eingezäunt. Für die restlichen Hochbeete brauchen wir dann wieder neues Material oder es gibt gleich einen neuen Zaun rund um alle Hochbeete zusammen.
Es bleibt spannend!