Samstag, 23. Mai 2015

Der Mörder ist immer der Gärtner...

...und der schlägt erbarmungslos zu!
Das war in vielen Krimis der 60er-Jahre so und es ist auch der Titel eines Liedes von Reinhard Mey.

Auch wenn ich grundsätzlich ein friedliebender Mensch bin, spätestens nach den sintflutartigen Regenfällen der letzten Tage und der damit einhergehenden ebenso sintflutartigen Vermehrung der Schneckenpopulation erwacht das Mörder-Gen in mir.

Wahrscheinlich handelt es sich bei den Nacktschnecken um die elfte biblische Plage, die mit leichter Zeitverzögerung wirksam wurde.
Ein komplett abgefressenes Tomatenpflänzchen. 


Das wird sich wohl auch nicht mehr erholen...

Auf frischer Tat ertappt!


Ich gehe ja grundsätzlich immer davon aus, dass die Natur schon weiß was sie macht und dass man das Öko-System als großes Ganzes sehen muss. Aber wozu sind Nacktschnecken gut? Wenn man ein bißchen zum Thema Schnecken recherchiert, findet man in der Regel zwei Argumente zum Nutzen der Schnecken:
  • Sie dienen als Nahrungsquelle für andere Tiere.
  • Sie wandeln pflanzliches Material in Humus um.
Mich überzeugen beide Argumente nicht sehr. Zumindest in unserer Gegend gibt es nicht soviele Freßfeinde, dass die Schneckenpopulation auch nur annähernd in Zaum gehalten würde. Im übertragenen Sinne kommt mir das so vor als ob ein Bäcker 1.000 Brezen backen würde wenn er drei Kunden erwartet. Die Tiere, die Schnecken fressen, wie z.B. der Igel ziehen einen fetten Regenwurm auch durchaus der schleimigen Schnecke vor.

Es ist auch schön, wenn die Schnecken pflanzliches Material in Humus umwandeln. Aber müssen sie dazu komplette Salatköpfe, Tomatenpflanzen, Funkienstöcke etc. kahl fressen? Mein Verständnis hält sich in Grenzen.

In einigen Veröffentlichungen habe ich noch den Verweis auf eine wissenschaftliche Studie gefunden, nach der Schnecken die Artenvielfalt erhöhen würden. Die Studie selbst habe ich nicht gelesen. Allerdings haben die Wissenschaftler auf Testwiesen nicht nur die Schnecken mit Gift vernichtet, sondern auch die Insekten. Somit kann man wohl kaum die isolierte Behauptung aufstellen, dass Schnecken diesen Nutzen bringen würden.

Bei meinen Pflanzen kommt die Verwendung von Gift nicht in Frage. Egal wie entnervt ich bin und egal ob sie zum Essen oder als Deko gepflanzt sind. Ich setze im Wesentlichen schon auf ein funktionierendes Ökosystem und versuche, die natürlichen Feinde der Schnecke zu fördern. Aber mein Gemüse wird leider nicht auf einem mehrere Hektar großen Grundstück mit intakter Natur aussenrum angebaut. Am Acker sind links und rechts normale Hausgärten, die mehr oder weniger naturnah gepflegt sind. Eine Zuwanderung läßt sich alsokaum vermeiden. So gilt es Schadensbegrenzung zu betreiben.

Letztes Jahr habe ich um die Salatpflänzchen Kaffeesatz in Mengen (aus der Eisdiele meines Vertrauens) und zerbröselte Eierschalen gestreut. Beides hatte absolut keinen Erfolg.

Neben den üblichen Tipps (nach Möglichkeit nicht abends zu gießen, Schneckenverstecke kontrollieren und absammeln, spät Umgraben damit die Schneckeneier ggfs. freigelegt werden können usw.) habe ich dieses Jahr beschlossen, mehrere Maßnahmen zu kombinieren:
  • Die Brachialmethode: Absammeln, durchschneiden

 
  • Besprühen der Pflanzen mit Lebermoosextrakt und Niem
  • Direktfütterung mit einem Präperat aus Eisen-III-Phosphat

Ich lass mich überraschen ob außer Durchschneiden irgendwas hilft. Ansonsten müssen nächstes Jahr die Laufenten her. Leider haben diese Enten die schlechte Angewohnheit, ihre Hinterlassenschaften im ganzen Garten zu verteilen. Da kann man sich dann überlegen welches das kleinere Übel ist.

Zur weiteren Vertiefung des Themas gibt es auch noch ein sehr gutes Video von "Neues vom Landei"  Was hilft wirklich gegen Schnecken.


Kommentare:

  1. und ich kann Dir auch noch große 1,5l Selter Kunstoffflaschen mit Deckel empfehlen, davon den Boden abschneiden und über die pflanze stülpen

    mache ich beim Kürbis und auch gleich ein Minigewächshaus! Grüße von Frauke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Frauke,
      das habe ich bei einigen Salatpflänzchen gemacht. Hat am Anfang gut geholfen. Nach ein paar Tagen Dauerregen waren die Schnecken sogar in den Flaschen 😥
      Viele Grüße, Angela

      Löschen