Dummerweise waren die Pflanzschildchen bis zum Ende der Saison verschwunden, so dass ich keine Ahnung mehr habe was wir uns da ins Beet gesetzt haben. Geerntet haben wir von einer Pflanze eine Handvoll kleine rote Chilis, die durchaus eßbar waren. Bei der anderen Pflanze haben sich bis zum Herbst lange, grüne Früchte ausgebildet, die schon anfingen sich zu röten als wir sie zum Nachreifen ins Haus geholt haben. Beim Verkosten hat sich diese Chili allerdings als extrem tückisch herausgestellt. Eine einzelne Frucht konnte sehr, sehr unterschiedliche Schärfegrade haben. So hat einer todesmutig (meistens ich) ein Ende probiert und die Chili als verzehrmöglich frei gegeben. Dummerweise konnte es passieren, dass das nächste Stück so scharf war, dass es dem Esser die Tränen in die Augen und die Schweißperlen auf die Stirn trieb.
Was also tun außer wegschmeissen? Ich hab die restliche Chilis fein säuberlich auf einen Faden gezogen und über den Winter im Eßzimmer zum Trocknen aufgehängt.
Als sie komplett durchgetrocknet waren, habe ich sie abgenommen, etwas entstaubt (hüstel) und in den Zerkleinerer geschmissen.
Von dem ganzen Strauch Chili blieb dann ein klägliches Häufchen Chilipulver übrig. Die Enttäuschung war groß.Aber Holla die Waldfee, das Pulver hat es in sich! Eine Messerspitze voll dürfte reichen um selbst passionierte Chili-Esser japsen zu lassen :-)
Die Neuanzucht für dieses Jahr ist übrigens schon im Gange. Dieses Mal habe ich selbst ausgesät und hoffe durch frühzeitige Auspflanzung auf eine reichere Ernte.
Vorsicht ist allerdings auch heuer wieder geboten, da ich einen Chili-Mix aus extra starken Chilisorten gesät habe. Dieses Mal gibt es allerdings einen Plan B: Sollte das Zeug wieder nicht eßbar sein, bekommen alle Freunde zu Weihnachten selbstgemachtes Chili-Öl geschenkt. Selbstgemacht (und noch dazu selbstgezogen) kommt immer gut ;-)



